Coaching neu denken…


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Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Bei mir ist dieses Jahr beruflich und auch privat viel passiert, der gemeinsame VLOG mit Dr. Elisa Franz, mein erster eigener Workshop, einige Vorträge und viele Einzelcoachings sind nur einige Meilensteine, die ich dieses Jahr erreicht habe.

Die Zeit der Jahreswende ist eine Zeit, die ich vor allem zum Nachdenken und Reflektieren nutze. Was habe ich dieses Jahr gelernt? Was hat mich dieses Jahr bewegt? Welche neuen Erkenntnisse konnte ich gewinnen? In diesem Blogartikel möchte ich teilen, was ich vor allem im Bereich Coaching gelernt habe und warum ich meine Sicht auf Coaching dieses Jahr grundlegend geändert habe.

1. Weg von der Methode, hin zum Rapport…

Betrachtet man den traditionellen Wortlaut vieler Coaches erscheint deren Arbeit ziemlich „technisch“, da ist von Handwerkszeug, Methodenkoffern, Tools und Erfolgsstrategien die Rede. Sicherlich ist es von großer Bedeutung verschiedene Coachingmethoden zu kennen und individualsiert einzusetzen, dennoch wird häufig ein entschiedener Erfolgsfaktor für die Effizienz der Arbeit vernachlässigt: der Rapport. Rapport bedeutet für mich vor allem Empathie. Auch wenn diese bei vielen Coaches als „gefährlich, weil zu viel Mitgefühl und Miteinbringen eigener Themen“ verschrien ist, ist sie dennoch oftmals entscheidend, für den gelungenen Abschluss einer Coachingsitzung.

Meine Fähigkeit in Menschen hineinzuspüren, zu fühlen was sie bewegt, was sie blockiert, was sie zum Nachdenken bringt ist häufig der erste Schritt zu einem Vertrauensaufbau. Das Gefühl verstanden zu werden und die Wertschätzung der eigenen Gefühle von außen ist wichtig, um diese Gefühle überhaupt anzuerkennen und zulassen zu können.  Dies steht natürlich im konkreten Gegensatz zu „Ich kenne da die und die Methode und damit wird sich das Problem in Millisekunden auflösen„. Ja, oftmals lösen sich Themen in kurzer Zeit aber es ist trotzdem unglaublich wichtig, zunächst hinzuschauen, hineinzuspüren und einen Moment innezuhalten um das Gefühl wirklich zuzulassen und anzuerkennen. Wenn dann anschließend eine Methode angewendet wird, wirkt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit effektiver, als wenn der Klient sofort mit etlichen dieser „Erfolgstools“ überhäuft wird aber gar keinen Zugang zu sich selbst gefunden hat.

Die beste Methode der Welt wird nicht wirken, wenn der Rapport nicht von Vertrauen, Wertschätzung und Mitgefühl gekennzeichnet ist.

2. Ein Problem, entsteht oftmals auf mehreren Ebenen…

Häufig arbeiten wir im Coaching nur auf einer Ebene: der Ebene des Mentalfeldes. Wir stellen Fragen, arbeiten mit Zielen, visualisieren oder versuchen Glaubenssätze zu verändern. Solange eine Blockade auch nur auf einer Ebene entstanden ist, wird das auch sehr gut funktionieren. Meistens entstehen Blockaden jedoch auf verschiedenen Ebenen z.B.

  1. Gehirnphysiologisch
  2. Energetisch
  3. Somatisch (körperlich)

Eine Flugangst beispielsweise, lässt sich in vielen Fällen auf ein negatives Gefühl zurückführen, das sich nicht nur als mentalen Glaubenssatz („Fliegen ist unsicher!“) manifestiert, sondern z.B. auch die Amygdala (das Angstzentrum) im Gehirn antriggert oder sich als Blockade in den Muskeln festsetzt. Löst man die Flugangst nur auf einer Ebene, kann es sein, dass sie auf den anderen Ebenen fortbesteht und somit das Problem an sich nicht gelöst ist. Insofern ist es sehr wichtig, mit einem ganzheitlichen Ansatz zu arbeiten, der verschiedene Verfahren miteinander kombiniert .

Probleme, die auf mehr als einer Ebene entstehen, erfordern oftmals einen integrativen Coachingansatz um bestmögliche Erfolge zu erzielen.

3. Coaching darf auch spirituell sein…

Manchmal passieren in einer Coachingsitzung Dinge, die sich nicht empirisch verifizieren lassen bzw. die mit gesundem Menschenverstand nicht greifbar sind. Je länger ich im Coaching arbeite, umso mehr spüre ich, dass wir uns vielen Dingen verschließen, nur weil wir sie nicht nachweisen können. Ich war nie ein sonderlich spiritueller Mensch aber in der letzen Zeit sind sowohl bei mir, als auch bei Klienten wundersame Veränderungsprozesse eingetreten, nachdem wir Gefühle bzw. Energien lösten, die wir jedoch nicht immer klar zuordnen konnten. In diesem Fall ist es natürlich wichtig, dass der positive Veränderungsprozess der Klienten an erster Stelle steht. Ich frage weniger danach, warum es funktioniert hat, sondern freue mich nur, dass es funktioniert hat.

Coaching sollte nicht dogmatisch und völlig unabhängig von Religion geschehen, dennoch gilt es, die religiöse und spirituelle Haltung des Klienten zu achten und zu respektieren. Unabhängig von der Religion haben jedoch die Arbeit mit Gebeten bzw. Mantras, die besonderen Gefühle der Hoffnung und der Liebe und auch energetische Techniken (die im übrigen sogar sehr gut wissenschaftlich belegt sind) ihren Wert und ihren Platz im Coaching.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Arbeit mit dem höheren Bewusstsein. Dr. Edwin Yager arbeitet in der klinischen Praxis seit über 40 Jahren mit einem Teil des Geistes, der zwar nicht logisch verstanden oder sichtbar gemacht werden aber durchaus bahnbrechende Veränderungen herbeiführen kann, wie eine klinische Studie eindrücklich beweist.

Hier geht’s zur Studie

Coaching sollte nicht dogmatisch sein, jedoch durchaus Raum geben für Veränderungen, die nicht immer logisch zu erklären sind.

Ich wünsche mir, dass sich immer mehr Coaches dafür öffnen, bereits bestehende Konzepte zu überdenken, neues kennenzulernen und ihre Arbeit zunehmend integrativer zu gestalten.

Das ist auch mein Ziel für 2018! Ich freue mich auf neue Projekte, Workshops und Coachings „nah am Menschen“.

Alles Gute!

Jari Andresen

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