Der Tiger springt wieder – Hypnosystemische Wege aus dem Unfalltrauma


Manchmal passieren in unserem Alltag Dinge, die uns so ziemlich aus der Bahn werfen. So auch mir: vor knapp einem Monat bin ich beim Klettern gestürzt und habe mir einen fiesen Bänderriss zugezogen. Das hat mir natürlich zu Denken gegeben und ich habe mich gefragt „Warum passiert mir das gerade jetzt?“…Klausurenphase an der Uni, viele Prüfungskandidaten im Coaching, geplante Vorträge und Workshops etc.

Natürlich habe ich mir in den letzten Jahren nicht umsonst ein umfassendes Wissen im Bereich Coaching und Psychotherapie angeeignet. Welche Erkenntnisse ich aus dem Sturz ziehen konnte und wie ich meinen Bänderriss in Rekordgeschwindigkeit geheilt habe, teile in nun in diesem Blogartikel.

Der Sturz und die Folgen

Hoch hinaus wollte ich in der Kletterhalle: der dritte Schwierigkeitsgrad in nur 20 Minuten. Den Zielpunkt erreicht, den Halt verloren und aus fast 4 Meter Höhe abgestürzt: Bänderriss am linken Knöchel. Zwei Wochen mit Krücken laufen, sechs Wochen eine Schiene tragen. Die ersten Folgen zeigten sich bereits in der Nacht danach: Unruhe, Schlaflosikeit, Druck auf der Brust, Angstzustände…

Die Reaktionen des Umfeldes

Mein Umfeld reagierte so verschieden, wie es nur möglich war: viele waren schockiert, schickten mir viele Besserungswünsche, boten mir ihre Hilfe und Unterstützung an und gaben mir auch Ratschläge, wie ich die psychischen Folgen bearbeiten konnte. Andere wiederum reagierten eher mit Humor und Ironie, versuchten auf den Sturz mit einer leichten und lockeren Art und Weise zu reagieren. Dadurch konnte ich nochmals viel darüber lernen, wie Menschen mit Gefühlen umgehen.

Unfälle sind selten Zufälle

Wenn es nicht gerade um einen Unfall durch Fremdverschulden geht, so glaube ich daran, dass Unfälle selten passieren, wenn wir wirklich in Balance und Harmonie sind. Dementsprechend habe ich herausgefunden, dass der sich der Sturz auf körperlicher Ebene manifestiert hat, auf emotionaler Ebene ist er bereits viel früher passiert. Wenn ich mich daran erinnere zu welchem Zeitpunkt ich klettern war, dann weiß ich jetzt, dass ich zu dieser Zeit schlicht nicht in Balance war und so konnte ich später auch herausfinden, mit welchen Ereignissen in meinem Leben der Unfall zu tun hatte.

Selbstheilung durch Selbsthypnose

Im 19. Jahrhundert entdeckte der schottische Chirurg James Esdaile einen sehr tiefen Hynosezustand, in dem sich der Körper viel schneller und effektiver regeneriert als im Tiefschlaf. Esdaile führte in Indien viele Operationen und Kaiserschnitte durch und nutzte dabei diesen Trancezustand, um die chirurgischen Eingriffe völlig schmerzfrei und ohne chemische Zustätze durchzuführen. Noch heute wird dieser „Esdaile-Zustand“ in der Zahnmedizin, bei Operationen und zur Selbstheilung benutzt.

Mithilfe eines Codewortes versetzte ich mich täglich mehrmals in diesen Zustand und suggerierte mir, dass mein Knöchel in Lichtgeschwindigkeit heilen würde, dass der gesamte linke Fuß angenehm taub, unempfindlich und schmerzfrei sei und stellte mir vor, wie ein heilendes weißes Licht auf den Knöchel strahlen und den Riss vollständig heilen würde.

Außerdem visualisierte ich einen Augenblick in der Zukunft, in dem mein Knöchel wieder vollständig funktionsfähig sein würde:

Ich stelle mir vor, wie ich am Stand bin, an der See. An einem wolkenlosen Tag. Die Sonne sendet mir ihre warmen Strahlen, erwärmt meinen Körper und meine Seele. Die Gischt zischt, Wasser spritzt, die Möwen kreischen, der Wind bläht die Jacke. Aufwind. Aufwind am Meer, Aufwind im Leben. Die Ebbe geht, die Flut kommt. Mit dem Meer ist es wie mit dem Körper. Das Meer lässt Ebbe gehen und Flut kommen und der Körper lässt Schmerz gehen und Heilung kommen. Das Meer heilt sich von Ebbe und Trockenheit und der Körper heilt sich von Schmerz. Ebbe ist wichtig, um zu sehen, dass es Flut gibt. Schmerz ist wichtig, um zu verstehen, wie Körper und Geist funktionieren. Ich erlaube meinem Unterbewusstsein nun, dem Körper Anweisen zu geben, damit er meine Verletzung genauso schnell heilt, wie die Gezeiten am Meer kommen und gehen. Ich gehe am Wasser entlang und mit jedem Schritt fühle ich mich freier und unbeschwerter, ich kann den Knöchel völlig normal bewegen und belasten. Immer freier und unbeschwerter. Mein Körper heilt! 

Nach nur einer Woche gingen Schwellungen und blaue Flecke um die Hälfte zurück. Nach zwei Wochen konnte ich den Fuß wieder völlig belasten.

Den Sturz systemisch betrachten

In einer eigenen Coachingsitzung stelle ich mir nochmals die Frage, warum ich gestürzt bin. Mittels einer Aufstellung betrachtete ich die Dinge in meinem Leben, die ich durch den Sturz nicht oder nur eingeschränkt tun konnte und die Dinge, die ich weiterhin tun konnte. Dabei wurde mir etwas klar: der Sturz hinderte mich nur daran, die Dinge zu tun, die ich überhaupt nicht tun wollte. Bei der weiteren Arbeit entdecke ich ein altes Muster, das noch aus der Kindheit stammt, das ich eigentlich nicht mehr brauchte aber doch noch nicht ganz loslassen konnte. Mit Arbeit an Persönlichkeitsanteilen, konnte ich ein neues hilfreiches Muster erkennen und integrieren.

Kurze Zeit später, lies der Druck auf der Brust nach, der Schlaf war wieder tief und erholsam, die innere Unruhe verschwand, die Balance war wiederhergestellt.

Ich hoffe der Blogartikel gibt euch Kraft, wenn ihr euch auch gerade in einer schwierigen Situation befindet. Gebt nicht auf, spürt in euch und schaut mit welchem Lebensthema ihr es gerade zu tun habt. Arbeitet daran und es ihr werdet bald wieder mit noch mehr Energie und klarem Herzen in euren Alltag starten können.

Bleibt gesund!

Euer Jari

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